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24. August 2026

100 Jahre „Turandot“: Puccinis letztes Bühnenwerk kehrt mit Zeffirellis Bildern in die Arena von Verona zurück

Giacomo Puccinis „Turandot“ feiert 2026 ihr 100-jähriges Bühnenjubiläum. Die Arena di Verona nimmt das Werk mit Franco Zeffirellis märchenhafter Inszenierung und Kostümen der Oscar-prämierten Emi Wada in ihr Festivalprogramm auf. Sechs Vorstellungen stehen bis zum 11. September auf dem Spielplan.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Eine einzigartige Kulisse: die "Arena di Verona"
Eine einzigartige Kulisse: die "Arena di Verona" | © Fotolia, Yasonya

Mainz/Verona - Vor 100 Jahren kam Giacomo Puccinis „Turandot“ erstmals auf die Bühne. 2026 nimmt die Arena di Verona dieses Jubiläum zum Anlass, die letzte Oper des Komponisten in einer Produktion zu zeigen, die selbst eng mit der Geschichte des italienischen Freilufttheaters verbunden ist: Franco Zeffirellis Inszenierung verbindet monumentale Bühnenbilder mit den Kostümen der Oscar-prämierten japanischen Designerin Emi Wada.

„Turandot“ entstand nach dem gleichnamigen Theatermärchen von Carlo Gozzi. Giuseppe Adami und Renato Simoni, beide aus Verona stammend, schufen daraus das Libretto. Puccini verbindet die märchenhafte Handlung um die chinesische Prinzessin Turandot und den unbekannten Prinzen Calaf mit einer farbenreichen Partitur, die von großen Chorszenen und markanten Orchesterklängen geprägt ist. Im Zentrum steht eine Welt, in der die öffentliche Masse und die privaten Gefühle der Figuren unablässig aufeinanderprallen.

Dabei ist „Turandot“ auch ein Werk der Unvollendung. Puccini starb 1924, bevor er die Oper abschließen konnte. Für die posthume Uraufführung 1926 wurde das Werk von Franco Alfano vervollständigt. Das 100-jährige Jubiläum bezieht sich damit auf die erste posthume Aufführung der vollständigen Oper.

In Verona trifft dieses Jubiläum auf einen Bühnenraum, der für Puccinis großformatiges Musiktheater besondere Bedingungen schafft. Zeffirellis Inszenierung versetzt die Handlung nicht in eine reduzierte Märchenwelt, sondern entfaltet eine weit ausgreifende visuelle Architektur. Die Arena wird dabei selbst zum Teil des dramatischen Geschehens: Chor und Statisterie können die gewaltigen Dimensionen des Amphitheaters aufnehmen, während die zentralen Figuren Turandot, Calaf und Liù ihre Konflikte innerhalb dieser öffentlichen Welt austragen.

Die Besetzung vereint mehrere international erfahrene Puccini-Interpreten. Als Turandot sind Anna Pirozzi und Lise Lindström angekündigt, Calaf wird unter anderem von Yusif Eyvazov gesungen. Die Partie der Liù übernehmen Mariangela Sicilia, Lisette Oropesa und Maria Agresta; Oropesa gibt dabei ihr Debüt als Liù in Verona. Michele Pertusi ist als Timur zu erleben. Am Pult stehen Andrea Battistoni und Francesco Ivan Ciampa.

Auch der Kinderchor der Fondazione Arena di Verona erhält in dieser Produktion eine besondere Aufgabe: Er debütiert auf der Arenabühne. Gemeinsam mit Chor, Orchester und Ballett der Fondazione Arena entsteht so jenes große Ensemblebild, das Puccinis Partitur für die Massenszenen verlangt.

Die sechs Vorstellungen finden zwischen dem 7. August und dem 11. September 2026 statt. Auf die Aufführungen am 7., 14., 21. und 27. August folgen zwei Septembertermine am 3. und 11. September. Damit gehört „Turandot“ zu den zentralen Produktionen des 103. Arena Opera Festivals.

Das Jubiläum macht in Verona nicht allein eine hundert Jahre alte Oper sichtbar, sondern auch eine besondere Verbindung von Werkgeschichte und Aufführungstradition: Puccinis unvollendetes letztes Bühnenwerk trifft auf Zeffirellis großformatige Theaterbilder – und auf eine Arena, in der die Menschenmenge selbst zum Teil des musikalischen Dramas wird.