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20. Juli 2026

Jonas Kaufmann und Maria Agresta singen Puccini in Torre del Lago

Jonas Kaufmann und Maria Agresta treten am 22. Juli 2026 beim Festival Puccini in Torre del Lago auf. Arien, Duette und orchestrale Zwischenspiele aus Tosca, La bohème, Madama Butterfly und Manon Lescaut führen durch Puccinis musikalische Welt zwischen Nähe, Begehren und Abschied.

Von Albino Salvatore Cipolla, M.A.

Jonas Kaufmann (Archivbild)
Jonas Kaufmann (Archivbild) | © Gregor Hohenberg, Sony Music

Operngala am Wirkungsort Giacomo Puccinis

Am Mittwoch, 22. Juli 2026, stehen Jonas Kaufmann und Maria Agresta im Gran Teatro all’Aperto Giacomo Puccini in Torre del Lago auf der Bühne. Als weiterer Solist ist der Bass Omar Cepparolli angekündigt; sein Beitrag wird im veröffentlichten Programm bislang nicht näher ausgewiesen. Die Operngala beginnt um 21.15 Uhr. Jochen Rieder dirigiert das Orchester des Festival Puccini, die szenische Konzeption stammt von Carlo Antonio De Lucia.

Das Programm verbindet bekannte Arien und Duette mit orchestralen Passagen aus vier Opern. Die ausgewählten Stücke stehen dabei nicht unverbunden nebeneinander: Innerhalb jeder Oper folgen sie einem kleinen dramatischen Bogen und verdichten zentrale Situationen der jeweiligen Handlung.

Erster Teil mit „Tosca“ und „La bohème“

Der erste Teil des Abends beginnt mit Tosca. Jonas Kaufmann singt Cavaradossis „Recondita armonia“, bevor er im Duett „Mario! Mario!“ auf Maria Agresta als Tosca trifft. Puccini gestaltet die Begegnung nicht als ungetrübte Liebesszene: Eifersucht, Beschwichtigung und körperliche Nähe greifen musikalisch ineinander.

Anschließend singt Agresta Toscas „Vissi d’arte“. Für einen Moment steht die Handlung still: Tosca fragt, weshalb ihr ein solches Schicksal widerfährt, obwohl sie ihr Leben der Kunst, der Liebe und dem Glauben gewidmet hat. Nach dem Vorspiel zum dritten Akt folgt Kaufmann mit „E lucevan le stelle“. Unmittelbar vor seiner Hinrichtung erinnert sich Cavaradossi an eine Liebesnacht mit Tosca.

Mit La bohème wird der Ton intimer. Maria Agresta singt Mimìs „Sì, mi chiamano Mimì“, eine Selbstvorstellung, die aus schlichten Beobachtungen über Blumen, Frühling und ein zurückgezogenes Leben entsteht. Im Duett „O soave fanciulla“ kommen Mimì und Rodolfo einander näher. Puccini führt ihre zunächst getrennten Gesangslinien immer enger zusammen, bis beide gemeinsam in den Schluss des Duetts finden.

Zweiter Teil mit „Madama Butterfly“ und „Manon Lescaut“

Nach der Pause erklingt zunächst das Intermezzo aus Madama Butterfly. Im Duett „Viene la sera“ treten Kaufmann und Agresta als Pinkerton und Cio-Cio-San auf. Die nächtliche Liebesszene wird von einem grundlegenden Ungleichgewicht bestimmt: Cio-Cio-Sans Vertrauen ist vollständig, Pinkertons Bindung dagegen vorläufig. Aus diesem Gegensatz gewinnt die Musik ihre Spannung.

Den Abschluss bildet Manon Lescaut. Nach dem Intermezzo aus dem dritten Akt singen Kaufmann und Agresta „Tu, tu, amore tu“. Manon ist zur Deportation verurteilt, Des Grieux versucht, bei ihr zu bleiben. Puccini verdichtet Wiedererkennen, Verzweiflung und Begehren in einer Musik, die kaum zur Ruhe kommt. Die Stimmen müssen sich gegen das drängende Orchester behaupten, ohne ihre lyrische Linie zu verlieren.

Puccini unter freiem Himmel

Der Aufführungsort verbindet die Gala unmittelbar mit Puccinis Biografie. Torre del Lago war über viele Jahre sein Wohn- und Arbeitsort. Das nach ihm benannte Freilichttheater liegt nahe dem Lago di Massaciuccoli und bildet das Zentrum des Festivals, das 2026 seine 72. Ausgabe veranstaltet.

So erscheint der Abend nicht als bloße Folge von Opern-Highlights. Innerhalb der jeweiligen Oper fügen sich Arien, Duette und Orchesterstücke zu kleinen dramatischen Bögen – von Eifersucht und erster Annäherung über ein trügerisches Versprechen bis zu Trennung und Verlust. In diesen verdichteten Szenen werden Puccinis Figuren und ihre Beziehungen unmittelbar lebendig: Ihre Hoffnungen, Ängste und Leidenschaften tragen die Musik und verleihen ihr ihre emotionale Kraft.

Die Gala beginnt am Mittwoch, 22. Juli 2026, um 21.15 Uhr im Freilichttheater Gran Teatro all’Aperto Giacomo Puccini.