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Joyce DiDonato als Dido: Purcells Barocktragödie kehrt nach New York zurück

Joyce DiDonato übernimmt erneut die Rolle der Dido in Henry Purcells Dido and Aeneas. Gemeinsam mit dem Ensemble Il Pomo d’Oro und Dirigent Maxim Emelyanychev bringt die amerikanische Mezzosopranistin die Barockoper am 4. und 5. Februar 2027 nach New York. Auf dem Programm steht außerdem Giacomo Carissimis Oratorium Jephte – ein zweites Werk über Liebe, Verlust und ein verhängnisvolles Versprechen.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Joyce DiDonato
Joyce DiDonato | © Josef Fischnaller

Mainz/New York - Es ist eine der eindringlichsten Abschiedsszenen der Operngeschichte: Dido, Königin von Karthago, weiß, dass Aeneas sie verlassen wird. In ihrer letzten Arie „When I am laid in earth“ verwandelt sich der Schmerz über die verlorene Liebe in einen stillen, musikalisch geformten Abschied. Anfang Februar 2027 stellt Joyce DiDonato die Figur in New York erneut ins Zentrum – in zwei konzertanten Aufführungen von Henry Purcells Dido and Aeneas.

Am 4. und 5. Februar gastiert die Mezzosopranistin mit dem Ensemble Il Pomo d’Oro in der Kaufmann Concert Hall des Kulturhauses 92NY. Maxim Emelyanychev dirigiert. Nicholas Phan singt Aeneas, Song Hee Lee die Belinda, Beth Taylor die Zauberin und Hugh Cutting den Geist. Die New Yorker Konzerte sind Teil einer Nordamerika-Tournee, die das Ensemble unter anderem nach Ann Arbor und Berkeley führt.

Purcells Oper erzählt von der Liebe zwischen der karthagischen Königin und dem trojanischen Helden. Eine Intrige übernatürlicher Mächte bringt die Beziehung zu Fall: Aeneas wird zum Aufbruch gedrängt, Dido bleibt zurück. Die musikalische Wirkung entsteht aus prägnanten Gesangslinien, dem charakteristischen Klang des Barockensembles und dem Kontrast zwischen höfischer Würde und persönlicher Verzweiflung.

DiDonato sang die berühmte Klage der Dido lange, bevor sie 2024 erstmals die gesamte Oper aufführte. Damals entwickelte sie das Projekt gemeinsam mit Il Pomo d’Oro und Emelyanychev, mit denen sie seit Jahren im Barockrepertoire zusammenarbeitet. Die konzertante Form rückt die musikalische Dramaturgie in den Vordergrund: Didos Hoffnung, die Verführung durch die Zauberin und der endgültige Abschied entfalten sich durch Stimme, Instrumentalklang und die präzise Gestaltung der musikalischen Affekte.

Dem Opernabend geht Giacomo Carissimis Oratorium Jephte voraus. Darin bindet sich Jephte vor einer Schlacht durch ein Gelübde, dessen Erfüllung seine Tochter trifft. Die Verbindung mit Purcells Oper schlägt eine Brücke zwischen geistlichem Oratorium und Bühnendrama. Beide Werke erzählen von persönlichen Bindungen, die durch scheinbar unabwendbare Entscheidungen zerstört werden.

Mit Dido and Aeneas kehrt DiDonato zu einer Partie zurück, deren berühmteste Musik nicht auf einen Triumph, sondern auf das allmähliche Verstummen einer Stimme zielt. Gerade in dieser Konzentration liegt Purcells besondere Kraft: Didos letzter Gesang macht aus dem Ende einer Liebe einen Abschied, der weit über das barocke Theater hinausreicht.

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