Headerbild
Zurück zu Aktuelles

20. September 2026

Mozarts „Tito“ mit Cornelius Meister an der Wiener Staatsoper

Cornelius Meister übernimmt die musikalische Leitung von Mozarts „La clemenza di Tito“ an der Wiener Staatsoper. Hanna-Elisabeth Müller und Kate Lindsey stehen im Zentrum der Oper über Macht, Loyalität und Verrat.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Die Wiener Staatsoper
Die Wiener Staatsoper | © Fotolia TTstudio

Mainz/Wien - Wolfgang Amadeus Mozarts La clemenza di Tito steht am 23. September unter der Leitung von Cornelius Meister an der Wiener Staatsoper. Die Oper, die Mozart 1791 für die Krönungsfeierlichkeiten Leopolds II. in Prag komponierte, verbindet die repräsentative Form der Opera seria mit einem psychologisch zugespitzten Drama um Macht, Loyalität, Schuld und Vergebung. Weitere Vorstellungen folgen am 26. und 29. September; die Serie beginnt bereits am 20. September.

Im Mittelpunkt steht der römische Kaiser Tito, der zwischen politischer Verantwortung und persönlicher Loyalität entscheiden muss. Sein Umfeld ist von Eifersucht, Machtansprüchen und einem geplanten Attentat geprägt. Besonders eng verschränkt Mozart die Handlung mit den Partien von Vitellia und Sesto: Hanna-Elisabeth Müller singt Vitellia, Kate Lindsey übernimmt den Sesto. Katleho Mokhoabane ist als Tito zu erleben, Slávka Zámečníková als Servilia, Patricia Nolz als Annio und Peter Kellner als Publio.

Für Meister liegt die musikalische Spannung in Mozarts Verbindung von höfischer Form und individuellem Drama. Die Rezitative treiben die Handlung voran, während die Arien die Figuren in Momenten von Zweifel, Entschlossenheit und Reue ausleuchten. Vor allem Sesto und Vitellia verlangen dabei eine vokale Gestaltung, in der Virtuosität unmittelbar mit dem inneren Konflikt der Figuren verbunden bleibt.

Szenisch trifft diese musikalische Konzentration auf Jan Lauwers’ Produktion, der für Inszenierung, Choreografie und Bühne verantwortlich zeichnet. Die Wiener Staatsoper führt La clemenza di Tito als vierteilige Serie vom 20. bis 29. September 2026.

Für Cornelius Meister ist Mozart Teil seiner kontinuierlichen Arbeit an der Wiener Staatsoper. In der Saison 2026/27 folgt unter seiner musikalischen Leitung unter anderem Monteverdis L’Orfeo, der am 25. Oktober auf dem Spielplan steht.

Mit La clemenza di Tito rückt damit eine späte Mozart-Oper ins Zentrum, deren Konflikte weniger aus äußerer Aktion als aus den Entscheidungen ihrer Figuren entstehen. Meister führt die repräsentative Klangsprache der Opera seria und Mozarts zunehmend persönliche musikalische Charakterisierung zusammen.