Headerbild
Zurück zu Aktuelles

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Nach 34 Jahren kehrt das Ballett in die Arena di Verona zurück

Die Arena di Verona öffnet ihre Bühne im Sommer 2027 wieder für ein abendfüllendes Ballett. Mit Sergej Prokofjews Romeo und Julia bringt die Fondazione Arena eine neue Produktion in das römische Amphitheater, in dem zuletzt 1993 ein vollständiger Ballettabend im Rahmen des Festivals zu sehen war. Vier Vorstellungen zwischen Juni und August markieren die Rückkehr des Tanzes in einen Aufführungsraum, der vor allem für seine großen Opernproduktionen bekannt ist.

Von der Redaktion Opernreiseführer

Die Arena di Verona© Fotolia, Yasonya
Die Arena di Verona

Mainz/Verona - Wenn Romeo und Julia im Sommer 2027 in Verona aufeinandertreffen, kehrt das Ballett nach 34 Jahren in die Arena di Verona zurück. Die Fondazione Arena di Verona kündigt eine neue Produktion von Sergej Prokofjews Romeo und Julia für das traditionsreiche Sommerfestival an. Vier Vorstellungen sind am 18. und 26. Juni, am 15. Juli sowie am 20. August geplant. Damit erweitert die Arena ihr vor allem von großen Opernproduktionen geprägtes Programm um einen Klassiker des abendfüllenden Balletts.

Prokofjews Ballett entstand 1935 nach William Shakespeares Tragödie und wurde 1938 in Brünn uraufgeführt. Es erzählt von zwei jungen Menschen, deren Liebe an der Feindschaft ihrer Familien zerbricht. Auf das Fest der Capulets folgen heimliche Begegnungen, eskalierende Gewalt und der Tod der Liebenden. Prokofjew übersetzt diese Gegensätze in eine Partitur, die lyrische Melodien mit scharf konturierten Rhythmen und dramatischen orchestralen Ausbrüchen verbindet. Julias Entwicklung vom jungen Mädchen zur entschlossenen Liebenden und Romeos Weg von jugendlicher Leichtigkeit zur Verzweiflung geben dem Tanz seine psychologische Spannung.

Die Aufführung in der Arena stellt besondere Anforderungen an die szenische Umsetzung. Der weite Raum verlangt nach einer Bewegungssprache, die Figuren und Konflikte auch über große Distanzen hinweg verständlich macht. Zugleich muss Prokofjews differenzierte Musik ihre Wirkung entfalten können: von den ausgelassenen Gesellschaftsszenen bis zu den Momenten, in denen die private Tragödie die öffentliche Ordnung erschüttert.

Die neue Produktion entsteht unter der szenischen Leitung von Michele Olcese. Weitere Angaben zur künstlerischen Gestaltung und zur Besetzung stehen noch aus. Die Aufführungen dauern nach Veranstalterangaben rund zwei Stunden und 50 Minuten einschließlich zweier Pausen.

Das Ballett gehört zum Arena Opera Festival 2027, dessen Programm vom 11. Juni bis zum 11. September reicht. Die Saison wird mit Beethovens Neunter Sinfonie eröffnet und umfasst unter anderem Aida, La traviata, Carmen und Nabucco. Mit Prokofjews Werk kehrt eine Kunstform zurück, die ihre dramatische Kraft nicht aus gesungenen Worten, sondern aus Bewegung, Gestik und Orchesterklang schöpft. In Verona erhält diese Rückkehr durch den Schauplatz der Shakespeare’schen Tragödie eine besondere symbolische Resonanz.

Weitere Artikel

Riccardo Muti und die Wiener Philharmoniker in Tokio: Ein Jubiläum mit Beethoven, Mozart und japanischer Filmmusik

Die Suntory Hall in Tokio feiert ihr 40-jähriges Bestehen mit einem Konzert, das europäische Orchestertradition und japanische Musikgeschichte zusammenführt. Am 31. Oktober und 1. November 2026 dirigiert Riccardo Muti die Wiener Philharmoniker. Die Pianistin Mitsuko Uchida übernimmt Beethovens viertes Klavierkonzert. Auf dem Programm stehen außerdem Mozarts 40. Sinfonie und Musik des japanischen Komponisten Hikaru Hayashi. Für Muti ist der Auftritt ein weiterer Akzent in einer Zusammenarbeit mit den Wiener Philharmonikern, die seit mehr als fünf Jahrzehnten besteht.

Riccardo Muti

Daniele Gatti dirigiert Beethoven: Neun Sinfonien in vier Tagen

Zum 200. Todestag Ludwig van Beethovens stellt die Sächsische Staatskapelle Dresden dessen neun Sinfonien in den Mittelpunkt eines außergewöhnlichen Konzertprojekts. Unter der Leitung ihres Chefdirigenten Daniele Gatti erklingt der gesamte Zyklus im April 2027 gleich zweimal innerhalb von jeweils vier Tagen. Die vier Konzertabende führen vom sinfonischen Aufbruch der frühen Werke über die heroischen Konflikte der mittleren Schaffensphase bis zu jener Neunten, in der Beethoven mit Schillers „Ode an die Freude“ die menschliche Gemeinschaft ins Zentrum rückt.

Daniele Gatti

Wagners „Ring“ in London: Barrie Koskys Tetralogie kommt 2027 erstmals als kompletter Zyklus auf die Bühne

Vier Opern, vier Abende und ein musikalischer Bogen vom Raub des Rheingoldes bis zum Untergang der Götter: Die Royal Opera in London führt im Herbst 2027 erstmals Barrie Koskys gesamte Inszenierung von Richard Wagners Der Ring des Nibelungen als geschlossenen Zyklus auf. Jakub Hrůša dirigiert das Mammutwerk, in dessen zentralen Partien unter anderem Christopher Maltman, Elisabet Strid und Andreas Schager zu erleben sind. Das Projekt führt eine seit 2023 entwickelte Produktion zusammen und markiert einen wichtigen Moment für den neuen Musikdirektor des Hauses.

Das Royal Opera House in London